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Adipositas ganzheitlich behandeln – Informationsabend für Betroffene

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter deutlichem Übergewicht. Ab einem BMI von über 30 gilt man hierzulande als adipös. Betroffene stehen häufig unter einem enormen Leidensdruck – ihre gesamte Persönlichkeit wird mit negativen Attributen wie faul, disziplinlos oder maßlos konnotiert.  Mit fatalen Folgen, wie Priv. Doz. Dr. Jörg Jonas vom Adipositaszentrum am Diak weiß.

„Das alles sind das wesentliche Merkmale, warum sich adipöse Menschen oftmals ihrer selbst schämen“ sagt er. Er hält nichts davon, Betroffene durch solche Zuschreibungen noch mehr unter Druck zu setzen, als sie ohnehin schon stehen.  „Bei 70 Prozent der Betroffenen spielt die Vererbung eine wesentliche Rolle. Häufig waren schon Eltern und Großeltern übergewichtig. Aber auch psychische Faktoren können Übergewicht bedingen. Nicht nur Hunger und Durst steuern das, was wir essen und trinken, sondern auch Frust, Stress oder Langeweile.“ Die psychischen Faktoren, so Jonas, sind deshalb ebenso wenig zu unterschätzen, wie die genetischen. „Die Folgen von Übergewicht können gravierend sein und das gesamte weitere Leben enorm beeinträchtigen. Gicht, Gelenkprobleme, Diabetes oder Bluthochdurck können die Folge sein. Aber auch das Herz-Kreißlaufsystem wird durch das Übergewicht extrem beansprucht.“Jonas und sein Team setzen deshalb darauf, Betroffene langfristig und ganzheitlich zu betreuen. „Für uns gehört es deshalb dazu, dass wir den Patienten in Ernährungsfragen beraten und ihm Tipps geben, wie er ein Teil seines Körpergewichts von selbst verlieren kann. Bei einem deutlichen Übergewicht von beispielsweise 170 Kilogramm ist aber eine Operation unabdingbar.“ Magenverkleinerungen sind häufig die einzige Möglichkeit, dem Patienten langfristig zu helfen. Dabei wenden die Experten entweder die Magenverkleinerung an, nach der der Patient früher satt wird. „Nach einem Joghurtbecher ist Schluss – der Magen kann dann nichts mehr aufnehmen“, sagt Jonas. In den folgenden drei Monaten müssen die Patienten dann ihre Ernährung umstellen. Zudem gibt es noch die Kombination der Magenverkleinerung mit einer Verkürzung des Darms, den Magen-Bypass. Welche Methode angewendet wird, wird individuell von den Ärzten in Zusammenarbeit mit dem Patienten entschieden. „Uns ist wichtig, dass wir betroffenen Menschen wieder Lebensfreude zurückgeben und ihnen durch eine optimale Behandlung und Betreuung Wege aufzeigen können, wie sie ihr Leben anders gestalten können.“ Für diese Neuordnung von Gewohnheiten gehört es für das Team des Adipositaszentrums dazu, regelmäßig bei der einmal im Monat stattfindenden Selbsthilfegruppe Adipositas, den Patienten Raum für persönliche Gespräche mit anderen Betroffenen zu geben. Ab dem 21. Oktober wollen Dr. Jonas und Kollegen wieder Informationsabende für Betroffene anbieten. „Wir möchten gerne über Behandlungsmöglichkeiten, Therapiemethoden und operative Verfahren informieren und so die Hemmschwelle und auch das Schamgefühl der Betroffenen senken“, sagt Jonas abschließend.

Der Informationsabend Adipositas findet am 21. 10. 2019 um 17.30 Uhr im Hochhaus, Konferenzraum 104, im 1. Stock des Diaks statt. Es ist keine Voranmeldung nötig. Für Fragen steht Ihnen das Sekretariat von Priv.- Doz. Dr. Jonas unter 0791-753-4210 zur Verfügung.