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Perspektiven für ein Leben mit Diabetes

Im Rahmen der Diakademie, der monatlichen Veranstaltungsreihe des Diaks und der Volkshochschule, referieren Professor Dr. Markus Menges und Regina Schury zum Thema Diabetes mellitus und stehen zusammen mit weiteren Mitgliedern des Diabetesteams für Fragen zur Verfügung.

Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten, circa 8 % aller Deutschen sind davon betroffen. Chefarzt Professor Dr. Menges von der Klinik für  Inneren Medizin im Diak erläutert, dass diese Zahl sehr wahrscheinlich sogar um einiges höher liegt. In einer Studie wurde in der Bevölkerung bei über 8 % der Studienteilnehmer Diabetes neu entdeckt und bei weiteren 16 % ein gestörter Zuckerstoffwechsel.Die Häufigkeit des Auftretens, sowohl bei Diabetes mellitus Typ 1, der meist im jungen Alter auftritt und bei welchem ein absoluter Insulinmangel vorliegt, als auch bei Typ 2, der in der Regel erst im höheren Erwachsenenalter auftritt, nahm in den letzten 40 Jahren drastisch zu.

Schon diese Zahlen zeigen die Relevanz des Themas. Sogar bei Kindern und Jugendlichen gibt es mittlerweile Fälle von Diabetes Typ 2, was vor 20 Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre. Gründe dafür sind vor allem Bewegungsmangel und eine einseitige Ernährung, die zu Übergewicht und Adipositas führen.Professor Menges erläutert verschiedene Behandlungsmethoden, auch abseits von Insulingabe, und verweist vor allem darauf, dass ausreichende Bewegung und eine ausgewogene Ernährung mit langsam spaltbaren Kohlenhydraten wichtige Faktoren sind, den Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen.Die Bedeutung einer sorgfältigen Behandlung wird anhand der möglichen schweren Komplikationen deutlich. Dies können zum Beispiel ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, Amputationen, Erblindung oder Nierenprobleme, bis hin zur Dialyse sein.Hier kommt die Arbeit von Regina Schury, Diabetesberaterin DDG am Diak, zum Tragen. Sie und ihr Team kümmern sich darum, dass die ärztliche Therapie und die notwendigen Veränderungen des Lebensstils von den Patientinnen und Patienten umgesetzt werden können. Hierzu vermitteln sie Wissen für die Zusammenhänge ebenso wie praktische Fähigkeiten, z.B. Blutzuckermessen und Spritzen, wenn das gebraucht wird.Schury betont, dass man hier kein Pauschalrezept ausstellen kann. Wichtig ist, den einzelnen Patienten mit seinen individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen im Blick zu haben. So müssen bei Schichtarbeitern oder LKW-Fahrer ganz andere Aspekte berücksichtigt werden als bei Verwaltungsangestellten. Auch die sozialen und kulturellen Hintergründe, das Einkommen oder die jeweils typische Landesküche müssen berücksichtigt werden.Mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld nehmen die Mitarbeiterinnen des Diabetes-Teams die Patienten an die Hand und zeigen Wege auf, wie man den anfänglichen Schock und Gedanken wie „Jetzt darf ich gar nichts mehr“ überwinden kann.Häufig sagen die Leute nach der Beratung „Es ist ja gar nicht so schlimm. Das schaffe ich“, freut sich Regina Schury. Auch wenn es oft an Zeit mangelt, jedem Patienten gerecht zu werden, sind es diese Rückmeldungen und die nachhaltigen Behandlungserfolge, die Kraft geben und motivieren.Professor Dr. Menges und Regina Schury erhielten an diesem Abend zusätzliche Unterstützung durch Margarete Friz, diabetologisch tätige Fachärztin für Innere Medizin, sowie Caroline Merkl und Anette Henry von der Diabetesberatung. In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, wie hoch der Beratungsbedarf ist. Die Besucherinnen und Besucher hatten zusätzlich Zeit, persönliche Fragen zu stellen und konnten gut informiert nach Hause gehen.

Bildunterschrift Diak Diabetesteam vlinre:Margarete Friz, Anette Henry, Carolin Merkl, Regina Schury und Prof. Dr. Markus Menges