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Den Menschen offen begegnen

Zwei Jahre lang war Pfarrer Julian Scharpf am Diak Klinikum in Schwäbisch Hall und absolvierte eine Ausbildung zum Klinikseelsorger. Nun tritt zum 1. März sein Nachfolger, Pfarrer Klaus Häußler, die Stelle an. Scharpf wechselt als Gemeindepfarrer nach Stuttgart Fellbach.

„Menschen haben eine große Offenheit für Seelsorge – das hätte ich gar nicht gedacht“, sagt Julian Scharpf. „Klinikseelsorge schafft ein Angebot, von dem viele Menschen zu Beginn gar nicht wissen, dass sie Bedarf haben. Es tut vielen Patienten in der schwierigen Situation im Krankenhaus gut, dass Menschen kommen, die ihnen offen gegenüberstehen, egal welche Konfession, Herkunft oder Erkrankung sie haben. Das ist mein Bild von Kirche“, sagt der scheidende Pfarrer.

Klaus Häußler, der zum 1. März die Stelle von Scharpf übernimmt, freut sich auf seine neue Aufgabe. Der 29-jährige Hobbymusiker spielte schon in mehreren Bands und sagt: „Für mich ist Musik eine gute Möglichkeit, meinen Glauben auch ganz ohne Worte auszudrücken.“ An der neuen Stelle reizt ihn die Arbeit im Team. „Von Menschen zu lernen, die mehr Erfahrung haben als ich, empfinde ich als eine große Bereicherung. Dass ich das nun an einem Krankenhaus machen kann, ist enorm spannend.“ Ein Krankenhaus ist für ihn das Abbild einer gesamten Gesellschaft. Hier gibt es viele verschiedene Berufsgruppen und Menschen unterschiedlicher Herkünfte und Hintergründe. „Mich beeindruckt, dass das Diak in über 130 Jahren Geschichte nicht einen Tag geschlossen war und sich immer ganz in den Dienst der Menschen gestellt hat, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Ein Teil davon sein zu dürfen, macht mich glücklich.“

In den zwei Jahren Ausbildung, die nun vor Pfarrer Klaus Häußler liegen, muss er 12 Wochen die theoretischen Grundlagen der klinischen Seelsorge erlernen, die restliche Zeit ist er im praktischen Einsatz. „Im Theorieteil geht es vor allem darum, sich selbst zu hinterfragen und für sich zu erkennen, wie man auf bestimmte Grenzsituationen reagiert“, sagt Julian Scharpf. In den Kursen wird auch Wissen über den Umgang mit Depressionen, Traumata und Suizidankündigungen vermittelt.

Julian Scharpf, der ab April eine neue Stelle als Gemeindepfarrer in Fellbach antritt, verlässt das Diak ein bisschen wehmütig „Ich hatte hier eine sehr intensive Zeit und ein gutes kollegiales Umfeld. Das werde ich vermissen. Aber ich freue mich für Klaus Häußler, dass er nun die Möglichkeit hat, das selbe zu erleben und zu lernen, wie ich hier.“

Das Diak in Schwäbisch Hall hat mit Klaus Häußler nun den dritten jungen Pfarrer, der sich hier zum Klinikseelsorger ausbilden lässt. Insgesamt vier junge Pfarrerinnen und Pfarrer absolvieren alle zwei Jahre diese Ausbildung an unterschiedlichen Krankenhäusern in Württemberg.

Infokasten:
Klaus Häußler ist 29 Jahre alt und kommt aus Reutlingen. Sein Theologiestudium absolvierte er in Neuendettelsau, Berlin und Tübingen. Im Anschluss arbeitete er im Bundesfreiwilligendienst beim Freundeskreis Mensch in Tübingen mit Jugendlichen mit Behinderung. In Ditzingen bei Leonberg ist Häußler derzeit noch in seinem Vikariat. Ab dem 2. März verstärkt er das Team der Klinikseelsorge am Diak in Schwäbisch Hall.